Foals lieferten 2008 mit Antidotes eine herrliche Platte voll von musikalischen Wagnissen und langen, stimmungsvollen Songs mit viel Abwechslung. Dementsprechend gestiegen waren die Erwartungen an das neue Album - und Foals enttäuschten nicht.

Eine ausgereifte Klangwelt eröffnen einem Foals schon mit den ersten Tönen ihres neuen Albums. Ruhig, fein und rhythmisch sehr interessant präsentiert sich Blue Blood, der Eröffnungstrack von Total Life Forever. In einer angenehmen Kontinuität zieht sich diese Empfindung über das ganze Album hinweg. Die Platte klingt reif und durchdacht, doch auch sehr zeitlos und unbeschwert.
Foals haben sich dem Trend, vermehrt Elektronik einzusetzen, nicht unterworfen. Im Gegenteil, statt wie auf Antidotes reduzierten sie diesen Anteil eher noch und setzen vermehrt auf die Aspekte, die sie so einzigartig klingen lassen. Die Band arbeitet viel mit Sphärik, suggeriert Weite und Aufgehobenheit zugleich und fasziniert mit Stimmexperimenten. Ein bisschen fehlt die jugendliche Verspieltheit vom Debutalbum aber doch, da dadurch das Album etwas aufgelockert hätte werden können.
Total Life Forever liefert auch nicht den neuen Clubhit, wer mit dieser Erwartung an das Album herangeht, wird seine Hoffnungen nicht erfüllt bekommen. Wer hingegen musikalische Begleitung nachdenklicher Stimmungen und musikalische Herausforderung sucht, wird an der Platte gefallen finden. So sind dann After Glow, This Orient und Total Life Forever auch nicht wirkliche Hits, sonder einfach genial eingespielte Songs. Allgemein ist das Album keine leichte Kost, sondern erfordert Konzentration. Doch wer sich die Zeit nimmt, wird mit dem anspruchsvollen Album zufrieden sein.
Viel Zug hat das Album aber dennoch und liefert in Kombination mit Antidotes eine wunderbare Mischung von schnell und langsam, heiter und traurig. So lädt es zu einer spannenden Reise von Folk über Elektronik zu Indie ein, die garantiert nicht langweilt oder gar das Gefühl weckt, schon einmal etwas Ähnliches gehört zu haben.

Foals kommen aus Oxford und wurden im Jahre 2007 gegründet. Für ihr neues Album erstellten sie einen eigenen Webauftritt, der einen interaktiven und schön gestalteten Überblick über das neue Album beinhaltet. Live sind Foals am 26. Mai 2010 im Zürcher Abart.
3 Kommentare:
meiner meinung nach ist der zweitling geglückt. auch wenn er nicht ganz so stark wie antidotes daher kommt. ich finde jedoch nicht, dass sich die herren dem elektronik-trend "unterworfen" haben. dafür sind die elektronischen elemente zu spärlich gesetzt. tolles review aber ;)
Auch meiner Meinung nach haben sie sich eben nicht dem Elektronik-Trend unterworfen ("
Foals haben sich dem Trend, vermehrt Elektronik einzusetzen, nicht unterworfen"). Dementsprechend sehe ich zwischen meiner Review und Deiner, im Kommentar geschilderten Meinung keinen Widerspruch.
ja da hast du recht. ich sollte die posts genauer lesen bevor ich sie kommentiere ;)
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