Als The Drums Ende letzten Sommers ein erstes Mal auf sich aufmerksam machten, fehlte noch ein Album, das einer grösseren Hörerschaft das Sommerende hätte versüssen können. In der Zwischenzeit lieferten The Drums mit der Summertime EP erstmals ein präsentables Werk. Jetzt erscheint endlich ihr Debutalbum The Drums. Und das genau zum richtigen Zeitpunkt, denn dieses Album liefert den absolut perfekten Soundtrack für diesen Sommer.
Ein bisschen muss man sich zuerst an The Drums gewöhnen. Alles klingt wie aus früheren Zeiten, oft sommerlich leicht - aber doch auch etwas staubig, ja gar etwas sandig. Doch das passt perfekt zur Gesamterscheinung dieser Band und zum Besten, was dieses Album hervorbringt: Let's Go Surfing. Dieser wunderbare Track verinnerlicht sommerliche Fröhlichkeit und ein zügiges Tempo und entwickelt sich so in Nullkommanichts zum musikalischen Fröhlichmacher.
Doch auch die anderen Songs des Albums lassen sich keinesfalls lumpen. Immer finden The Drums eine spannende Mischung ihrer musikalischen Elemente. Viel Gitarren prägen das Album, sehr charakteristisch auch der Gesang von Sänger Jonathan Piere, der eigentlich in jedem Song zum Tragen kommt und den Drums eine weitere, unverkennbare Komponente gibt.
Bei allen Songs ist eine gewisse Veranlagung, sich rasch zum Ohrwurm entwickeln zu können, nicht zu leugnen. Verführerisch und charmant spielen sich The Drums mit ihren sanften Gitarrenklängen in die Gunst ihrer Zuhörer. Diese bekommen im Gegenzug mit dem Debutalbum gleich eine geballte Ladung dieser großartigen Musik.
Eine weitere Perle ist Forever Ever Amen. Auch hier bezirzen The Drums mit schnellem Tempo, einem eingängigen Text und viel versprühter Frische. So sind die beiden Singleauskopplungen, Forever & Ever Amen und Let's Go Surfing nicht nur äußerst hörenswert, sondern auch nett anzusehen. In beiden Clips trifft die Band ohne viel Aufwand genau die Stimmung der Songs.
Immer noch sommerlich, aber doch schwermütiger zeigen sich The Drums in der zweiten Hälfte des Albums. So bei Down By The Water, das aber nichtsdestotrotz ein schöner Song geworden ist, oder aber bei It Will All End In Tears. Dort klingen The Drums bestimmt und sehnsüchtig zugleich, und ergänzen ihr Album so um eine weitere Stimmungslage.
Doch bei aller Leichtigkeit des Albums und bei Betrachtung der sich rasant entwickelnden Bandgeschichte, klingen The Drums keinesfalls naiv. Manche ihrer Texte bieten genügend Interpretationsspielraum, in den Ferien einmal innezuhalten und ein bisschen nachzudenken. Genau diese Gratwanderung zwischen Anspruchsslosigkeit und anspruchsvoller Songwritingkunst lassen The Drums so genial erscheinen. Bis diese Band ganz groß rauskommt, ist es nur noch eine Frage der Zeit.
The Drums ist die Band rund um den charismatischen Sänger Jonathan Pierce. Die Band kommt aus Brooklyn (USA) und konnte mit ihrer Sommertime EP bereits einige Erfolge verzeichnen. In der Schweiz spielen sie am OpenAir St.Gallen. Empfehlenswert: der Olympic Mix von Best Friend.

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